2017-02 - Kirche anders - Luther to go

Martin Luther zurück auf der Erde und zu Besuch in Bad Vilbel

„In einer Stunde erfahren Sie alles Wichtige über Martin Luther und die Reformation – Luther to go“ Dies kündigte Sylvia Becker-Pröbstel in ihrer Begrüßung der Theater im Himmel mit Klaus Neumeier als Luther und Michael Probstel als Jesusvielen Besucher im großen Gemeindesaal der Ev. Christuskirchengemeinde am vergangenen Sonntag an. Sie hatte nicht zu viel versprochen: Auf ausgesprochen unterhaltsame Weise verstand es Pfarrer Klaus Neumeier mit seinem Team, die Reformation und den Reformator nahe zu bringen – und dazu noch eine Brücke zwischen Himmel und Erde und unserer Zeit heute zu schlagen.

Bereits beim Eingang wurden die Ankommenden eingeladen, ganz ohne Geld einen Ablassbrief zu erhalten: Eine Befreiung von kirchlichen Bußstrafen für begangene Vergehen wie Steuerbetrug oder Ehebruch, aber auch für gottesferne Lebenshaltungen wie Hochmut, Völlerei, Wollust oder Neid. Nicht ohne Nachdenklichkeit angesichts der aktuellen Formulierung dieser Sünden nahmen die meisten Besucher ihren namentlich ausgestellten Ablassbrief mit hinein. Dort erwartete sie die flotte Musik der Band „Extrablatt“, die als Coverband nicht nur mit bekannten Songs wie „Californication“ oder „Money for nothing“ aufwartete, sondern auch „Allein deine Gnade genügt“ vortrug: Ein modernes Lied zum Kernthema der Lutherschen Reformation.

Extrablatt 2  Klaus Neumeier wahrend seiner Predigt 

Die Lebensgeschichte Martin Luthers wurde gleich zu Beginn von Kirche anders mit einem vierminütigen selbst produzierten Film dargestellt. Im Stil der „Sendung mit der Maus“ wurde sehr einfach erklärt, wie aus dem Studenten der Rechtswissenschaften ein Mönch und dann der Reformator der mittelalterlichen Kirche wurde. Pfarrer Dr. Klaus Neumeier nahm dies in seiner Predigt auf und schilderte anschaulich das angstbesetzte Leben der Menschen zurzeit des ausgehenden Mittelalters. Teufel und Hölle, jüngstes Gericht und Fegefeuer waren für die Menschen sehr reale Größen und sie hatten große Angst, den Ansprüchen Gottes nicht gerecht zu werden. Das machte sie verführbar für das kirchliche Angebot des Ablasses. Nicht biblisch belegt wurde dieses Bußsystem im Mittelalter entwickelt und in der Zeit der Renaissancepäpste pervertiert: Durch Geldzahlungen konnten nicht nur kirchliche Bußstrafen vermieden, sondern die Zeit nach dem irdischen Sterben im Fegefeuer verkürzt werden. Und Ablass gab es dann nicht nur für eigene begangene Schuld, sondern auch für zukünftige oder die anderer Menschen und sogar für Verstorbene.

Ablassbriefe werden am Eingang ausgstellt re Diana Sheriffs  Moderatorinnen Sylvia Becker Probstel und Diana Sheriffs 

Anders als die meisten Menschen seiner Zeit konnte Martin Luther lesen und wandte sich im Erfurter Augustinerkloster der Bibel zu. Diese wurde damals wenig gelesen und verbindlich nur von Bischöfen und Papst ausgelegt. Luther aber entdeckte im Römerbrief des Apostels Paulus selbst die befreiende göttliche Gnade, die weder verdient noch gekauft werden musste, sondern von Gott selbst zugesprochen und geschenkt wurde. Mit dem Ablasshandel rund um Wittenberg war dies nicht vereinbar. Martin Luther schrieb 95 lateinische Thesen und forderte die Kirche seiner Zeit zur Diskussion auf. Diese mied ihn, aber Öffentlichkeit und Adel waren begeistert und stellten sich gegen Papst und Kaiser. Luther selbst aber ging es stets um Eines: „Was Christum treibet“: Alles sollte der Verkündigung der Gnade Gottes dienen und Christus groß machen. Dem dienten seine Lieder, die Bibelübersetzung, die Förderung des Volksschulunterrichts oder der Katechismus. Die Menschen sollten den Glauben selbst verstehen und selbst in der Bibel lesen können. Sie sollten frei sein von kirchlicher Hierarchie und Autorität. Die Kirche sollte als Gemeinschaft der Glaubenden den Menschen im gelebten Christsein helfen, aber nicht das göttliche Heil vermitteln und verwalten.

Theater im Himmel mit Klaus Neumeier als Luther und Michael Probstel als Jesus und Christopher Mallmann als Paulus 
 

Nur was würde Martin Luther heute zu Kirche und Gesellschaft, Glaubenarmut und Gottesferne sagen? Im Himmel trafen sich auf der Kirche anders-Bühne Jesus Christus (Michael Pröbstel), der Apostel Paulus (Christopher Mallmann) und Martin Luther (Klaus Neumeier) zu einem Glas hessischen Apfelwein und einem Austausch über Eitelkeiten im Himmel und auf der Erde sowie die Frage, wer denn heute angesichts kirchlicher Erstarrungen für eine Reformation 2.0 infrage käme. Man verständigte sich darauf, dass Luther noch einmal auf die Welt müsse. Und so äußerte sich Martin Luther alias Pfarrer Klaus Neumeier im abschließenden Predigtteil über die Situation von Kirche und Gesellschaft 500 Jahre nach seiner Reformation.

Klaus Neumeier als Martin Luther im Jahre 2017  Theater im Himmel mit Klaus Neumeier als Luther und Michael Probstel als Jesus und Christopher Mallmann als Paulus2 

Anerkennend stellte „Luther“ fest, dass die Menschen seine Befreiung leben würden. Allerdings hätten sie doch einiges falsch verstanden: „Ich wollte euch von kirchlicher Allmacht befreien, aber doch nicht vom allmächtigen Gott!“ Wovor hätte der moderne Mensch noch wirklich Respekt, was nehme er noch ernst, wo sei Gott geblieben? „Euer ICH ist euer Lebensziel“ hielt Luther den Menschen vor. Aber trotz aller Einbildung auf die menschlichen Möglichkeiten seien wir alle sterblich und unvollkommen. Auch an den Kirchen ließ er wenig Gutes: Erstarrt in Traditionen seien sie, statt die von ihm gepredigte Befreiung zu leben. „Was Christum treibet“ sei auch heute der Maßstab, die Formen, in denen das geschehe aber seien zweitrangig. „Ich war viel mutiger als ihr heute, die ihr in euren kirchlichen Traditionen gefangen seid“. Aber für die Reformation 2.0 sei er doch nicht mehr der richtige, das müssten die engagierten Christinnen und Christen von heute gestalten.

Nach diversen Rückfragen in der Runde „Frage und Antwort“ ging ein sehr lebendiges, lehrreiches und unterhaltsames Kirche anders zum Kernthema des Reformations-Jubiläumsjahres zu Ende.                 

Lutz Rosenkranz

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    Wer an der Küste bleibt, kann keine neuen Ozeane entdecken.

    Magellan (1480 - 1521),

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    ... zum Weiterlesen 
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    (Bibellexikon, Dekanat, Gesangbuchlieder)

    Nützliches in Bad Vilbel
    (Abfallkalender, Kino, Bürgeraktive, Burgfestspiele,...)

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    Mit Öffentlichen Verkehrsmitteln: S6 Frankfurt – Friedberg: Aussteigen in Bad Vilbel-Süd. 10 Min. Fußweg zur Christuskirche: vorgehen zum Kreisel, von dort nach schräg links in die Frankfurter Straße einbiegen (Geschäftsstraße am Woolworth vorbei). Durch die Innenstadt gehen und nach etwa 600m. nach rechts in den Grünen Weg einbiegen. Dort ist das Pfarrhaus direkt vor einem, links davon die Christuskirche mit dem Gemeindezentrum (unten).

    Mit dem Auto aus Frankfurt kommend: Richtung Friedberg über die Friedberger Landstraße, vorbei an der Friedberger Warte, der BG-Unfallklinik und dem Vilbeler Heilsberg geht es über die Frankfurter Straße direkt nach Bad Vilbel hinunter zum Kreisel. Dort die erste Ausfahrt in die Frankfurter Straße einbiegen (Geschäftsstraße am Woolworth vorbei). Durch die Innenstadt fahren und nach etwa 600m. nach rechts in den Grünen Weg einbiegen. Dort ist das Pfarrhaus direkt vor einem, links davon die Christuskirche mit dem Gemeindezentrum (unten).

    Mit dem Auto über die A661 und die B3 zur Ausfahrt „Bad Vilbel“ oder über die Landstraße aus Richtung Bad Homburg durch Massenheim hindurch: nach Bad Vilbel die Homburger Straße hinabfahren. An der Eisenbahnunterführung nach rechts bis zum Kreisel. Dort die letzte Ausfahrt in die Frankfurter Straße einbiegen (Geschäftsstraße am Woolworth vorbei). Durch die Innenstadt fahren und nach etwa 600m. nach rechts in den Grünen Weg einbiegen. Dort ist das Pfarrhaus direkt vor einem, links davon die Christuskirche mit dem Gemeindezentrum (unten).